Westfalia Register

Tradition auf Rädern

Die WESTFALIA-WERKE, im westfälischen Wiedenbrück 1844 als kleine Schmiede gegründet und bald zum Kutschbau-Unternehmen erweitert, stellten im Laufe von rund hundertfünfzig Jahren auf ihrem stetig wachsenden Fabrikgelände nicht nur Anhänger und Anhängevorrichtungen aller Art her, sondern fertigten ebenso Fahrerhäuser für Nutzfahrzeuge, ganze PKW-Karosserien und spezielle Lieferwagen-Aufbauten. Weltweit bekannt wurde dieser Betrieb jedoch seit Mitte der 50er Jahre des vergangenen Jahrhunderts durch die Produktion besonderer Wohneinbauten für Volkswagen-Transporter: die praktischen kleinen WESTFALIA-Campingbusse waren von nun an nämlich »auf allen Straßen der Welt« zuhause.

Waren?? Nein, viele sind dort noch immer unterwegs!

Damit meinen wir allerdings weniger die California-Generationen der modernen VW-Transporter, sondern vor allem die Camping-Oldies der Wirtschaftswunderzeit, der 60er, 70er und 80er Jahre, als WESTFALIA noch mit dem Slogan »Präzision auf Rädern« warb! Allem Rostfraß und Wohnmobil-Zeitgeist im Möbelwagenformat zum Trotz sieht man diese klassischen VW-Campingwagen (international liebevoll »Westies« genannt) hin und wieder einsam an wildromantischen Naturplätzen abseits klimatisierter Ferienparks oder natürlich auch auf Oldtimer-Veranstaltungen ihre alten Tage genießen: die luftgekühlten, legendären T1-Bullis mit der bis 1967 noch geteilten Frontscheibe, ihre besser motorisierten T2-Nachkommen oder die zeittypisch kantigen T3-Joker. Egal, ob mit Dachklappe, Hub-, Aufstell- oder Stufenhochdach, »original« Holzlattenträger, Streifenvorzelt, Frontradhalter oder Dachgepäck-wanne: sie alle symbolisieren in Abwandlung des bereits erwähnten Werbespruches für den Kenner vor allem Tradition auf Rädern.

1991 endlich erinnerte sich WESTFALIA seiner alten, nun »erfahrenen« Produktionen, lud zu einer ersten Oldie-Sternfahrt nach Wiedenbrück ein  –  und knapp drei Dutzend Camping-Enthusiasten trafen sich zum Feiern (»40 Jahre WESTFALIA-Wohnmobile«), Erfahrungsaustausch und Museumsbesuch. Als das Unternehmen dann im Herbst 1994 sein 150jähriges Jubiläum erlebte, konnte gemeinsam mit dem damals noch bestehenden Werksmuseum ein weiteres Oldtimer-Treffen in Wiedenbrück organisiert werden  –  fünfundzwanzig gut erhaltene »Westies« folgten der Einladung und begründeten das WESTFALIA-REGISTER. Man vereinbarte, nicht noch einen weiteren Verein zu etablieren (denn schließlich gab es für VW-Transporter bis ´67 längst die BulliKartei, für die Folgegenerationen eine IG-T2 und bald auch die IG-T3, sowie für Liebhaber von Wohnwagen-Oldtimern außerdem den Camping-Oldie-Club), sondern zunächst Adressen und Daten »historischer« WESTFALIA-Fahrzeuge zu sammeln und sich ab und zu bei gemeinsamen Veranstaltungen wieder zu treffen.

Schnell stellte sich heraus, dass zur Kommunikation untereinander eine Art Info-Brief günstig war, um sich z.B. bei Restaurierungsvorhaben und Ersatzteilbeschaffungsproblemen gegeseitig besser beraten zu können. So wurde eine Bezeichnung (und eine Idee!) wieder aufgegriffen, die bereits in den frühen 60ern zum Zusammenhalt der »WESTFALIA-Familie« beitrug: aus der damals wenige Jahre lang in unregelmäßigen Abständen werksseitig veröffentlichten WESTFALIA-POST (mit Eigenreklame, Fahrten-Info und nützlichen Tipps) wurde nun unsere mindestens zweimal jährlich erscheinende WESTFALIA-REGISTER-POST mit historischen Westfalia-Dokumenten, Treffen-Info und interessanten Hinweisen etc..

Um beim WESTFALIA-REGISTER dabei sein zu können, muss ein spezielles Datenblatt mit Fahrzeugangaben bzw. Anschrift ausgefüllt (und sollten ein paar aktuelle Fotos beigefügt) werden  –  das ist alles. Registriert werden alle »WESTFALIA-Oldies«, die mindestens 30 Jahre alt, original erhalten oder zeittypisch restauriert sind: Kraftfahrzeuge mit Einrichtungen, Transport-, Wohn- und Sonderanhänger (eine Ausnahme bildet der VW-Campingwagen T3  –  er wird bis zum Produktionsende des luftgekühlten Motors, also Herbst 1983, registriert). Das WESTFALIA-REGISTER bezweckt  –  neben geselligkeits- und hobbybezogenen Aspekten  –  mit der Datenregistrierung, der Kommunikation untereinander durch die WESTFALIA-REGISTER-POST und seinem Internet-Auftritt www.westfalia-register.org (und der dadurch vielleicht insgesamt geförderten originalgetreuen Restaurierung und Pflege), einen Beitrag zu leisten zur Erhaltung und öffentlichen Präsentation historisch interessanten fahrzeugtechnischen Kulturgutes. Da das WESTFALIA-REGISTER kein Verein ist, wird auch kein Mitgliedsbeitrag erhoben; nach »ordnungsgemäßer« Registrierung wird die WR-Post (gegen Kostenerstattung) nach den jeweiligen Erscheinungsterminen versendet.

Das WESTFALIA-REGISTER wird in privater Initiative organisiert: eine direkte oder gar finanzielle Unterstützung durch die Nachfolge-Unternehmen der längst aufgelösten WESTFALIA-WERKE gibt es nicht. Mit den Mitarbeitern des ehemaligen Werksmuseums, dem Rest-Archiv in Wiedenbrück und WESTFALIA Van Conversion bestand bisher allerdings eine gute Verbindung. Was »historisch« noch geklärt oder belegt werden kann, lässt sich gemeinsam ausfindig machen, falls es nicht schon durch unser eigenes WR-ARCHIV ermittelt wurde (wobei wir uns bisher vor allem auf VW-Campingwagen spezialisiert haben). Neben öffentlichkeitswirksamer Fahrzeug-Präsentation bei »musealen« Open-Air-Auftritten, Veranstaltungen von Oldie-Clubs oder Klassiker-Messen usw. organisieren wir auch, je nach Angebot und Nachfrage, eigene kleine Treffen oder Ausfahrten unserer »Attraktion auf Rädern«  –  aus Spaß an gemeinsamen fahrzeug- und freizeitbezogenen Aktivitäten!  

(c) Westfalia Register Juli 2010 Webmaster